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Alltagsgegenstände und Sinnlichkeit
Wir haben die Dortmunder Künstlerin Ariane Koch in ihrer Werkstatt besucht. Sie berichtet in diesem Video eindrucksvoll von ihrer Arbeitsweise und ihren Werken.
In ihrer aktuellen Werkserie 06/07 widmet sich Ariane Koch dem Zusammenspiel von Fläche, Form und Farbe, und unterminiert dabei die Grenzverläufe zwischen Malerei und Plastik. Die feine Oberflächengestalt ihrer Arbeiten lässt den Betrachter eine komplexe Binnenstruktur gewahr werden.
Unzählige miteinander verschmolzene Farbschichten, die mit Spachteln und Messern so lange bearbeitet werden, bis ein Dialog aus haptischen und visuellen Strukturen entsteht („Schaustellen“), überlagern sich darin.
Wie lebendige Bild-Häute verleihen Lackschichten, kombiniert mit Gumminoppen, Fliesenkreuzen, Schläuchen, Kronkorken, Trinkhalmen, Silikon oder Expoydharz den Objekten ihre geheimnisvolle Tiefe. Durch die gezielte Integration von Alltagsgegenständen tendiert der Werkstatus mal mehr zum Gemälde, mal zum tiefenräumlichen Kunstkörper. So intuitiv wie kalkuliert ist dabei die Arbeitsweise der Künstlerin.
Sie experimentiert bewusst mit dem Prinzip Zufall, was sie einerseits zu einer radikalen Offenheit gegenüber Formen, Farben und Materialien führt. Andererseits beendet sie den sukzessiven Entstehungsprozess jedochbewusst in dem Moment, wo ein Werk seine Vollkommenheit erreicht.
Kennzeichnend für Kochs Arbeiten sind seriell anmutende
Wiederholungen spezifischer Farben und Formen organischen Ursprungs. Verstreut treiben in den Farbflächen eiförmige Elemente, gleichsam als Anspielung auf das stetige Vorhandensein fruchtbarer Lebensformen („Strömung/ Eggs in the Ocean“).In der Reihe „kurtisanen“ korrespondieren abstrakte Boden-, Wand- und Tischobjekte miteinander. Die liegenden und stehenden Formen evozieren Körperfragmente von kraftvoller Schönheit. Deren an Haut erinnernde rosafarbene Oberfläche ist mit zahllosen metallisch glänzenden Kronkorken geschmückt und weckt im Betrachter die Lust auf Berührung.
Nur oberflächlich geht es in den Objekten, Bildern und Collagen um eine Kommunikationsforschung zwischen Fläche und Raum. Die Arbeiten erzählen in abstrakter Weise von Ordungsmustern und Kraftfeldern. Im Kern geht es um die menschliche Existenz und deren sinnliche Erfahrbarkeit.
Text von: Dr. Sabine Weicherding
Hier die Makingof Bilder vom Dreh…




















































